Ärztepräsident Hoppe: medizinische Rund-um-Versorgung nicht mehr für alle bezahlbar

21. May 2008

Berlin – Nicht mehr alle Patienten können eine umfassende Gesundheitsversorgung bekommen. Laut Jörg-Dietrich Hoppe, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, ist Hauptgrund dafür die Gesundheitspolitik der Bundesregierung: „Es ist inzwischen so, dass wegen der strikten Ausgabenbegrenzung nicht mehr alles für alle bezahlbar ist. Das heißt, eine Form von Rationierung medizinischer Leistung ist unumgänglich“, so Hoppe in einem Interview mit der „Welt“. An bestimmten Behandlungen sollten Patienten sich künftig beteiligen. Als Beispiel nannte er einige der von Krankenkassen bezahlten Kuren.

Damit diese Regelungen sinnvoll und mit medizinischer Weitsicht implementiert werden, schlug der Ärztepräsident einen neuen Gesundheitsrat vor, in dem Ärzte mit Juristen, Ökonomen und Ethikern über Prioritäten bei der medizinischen Versorgung beraten und der Politik entsprechende Empfehlungen geben.

Bücherregen in der Pädiatrie

29. April 2008

Liebe esanum-Blog-Leser!

Wie versprochen veröffentlichen wir nun die Gewinner der 3. Ziehung zu unseren Gewinnspielfragen vom Pädiatrie-Repetitorium. Verlost wurden die verbliebenen Bücher der 30 “Arzneimittel Pädiatrie pocket“-s, der 10 “Checklisten Pädiatrie” und der 10 “Leitsymptome Pädiatrie”.

Teilnehmen konnte man durch Schreiben eines Kommentars  auf folgende Beiträge:

Fortbildungsangebot an Ihrer Klinik?

und

Ihr interessantester Patient

Gewinner der dritten Ziehung:

Checkliste Pädiatrie:

Nicole Dannenberg

Erika Klaczinski

Elena Bobbert

Leitsymptome Pädiatrie:

Armin Winkler

Antje Wiederanders

Dr. med. Jens Roth

Dr. med. univ. Wolfgang Haunschmidt

Dr. med. Inés Knickenberg

Arzneimittel Pädiatrie pocket:

Dr. Viola Bach

Franziska Bachmann

Dr. Mathias Bonk

Dr. Andrea Dorn

Angelika Gschwinder

Dr. Meral Erdogan-KarahanDr. Stephanie Keicher

Dr. Christina Kosel

Dr. Laima Petrick

Beate Schadwinkel

Dr. med. Susanne Seyboldt

Dr. Sabine Strassburg

Anne Trapp

Dr. med. Marcin Wlodarski

Dr. Ursula Woerdehoff

Nadia Zamann

Allen Gewinnern wünschen wir herzlichen Glückwunsch! Sie werden in den nächsten Tagen mail von uns erhalten, in der wir Sie um Ihre Adresse bitten, damit wir die Bücher versenden können.

Bei allen anderen Mitspielern möchten wir uns für das Mitmachen beim Gewinnspiel bedanken, und hoffen Sie häufig wieder auf esanum begrüßen zu dürfen. Denn durch die aktive Teilnahme auf unserer Plattform gewinnen alle!

Sollten Sie gegen die Veröffentlichung Ihres Namens an dieser Stelle sein, reicht eine einfache Mitteilung an uns.

Ihr esanum-Team !

Ärzte für den Ausstieg

21. April 2008

Über 7000 Ärzte und Praxismitarbeiter protestieren gegen Gesundheitssystem.

(Stuttgart, 16.04.2008). Mit den Worten “Wir haben die Nase voll” leitete Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner die bisher größte Protestaktion praktizierender Ärzte gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung in Stuttgart ein. Ziel der Aktion ist der Ausstieg der Hausärzte aus dem staatlichen Gesundheitssystem. Baumgärtner hofft, dass bis Ende 2009 ca. 70% der 16.000 Ärzte, die in Baden-Württemberg tätig sind, ihre Kassenzulassung zurückgeben werden. Damit soll ein deutliches Signal gegen “stetig sinkende Honorare und die überbordende Bürokratie” gesetzt werden.

Weitere Aktionen in anderen Bundesländern sollen folgen.

Krankenwagen für Afghanistan

16. April 2008

Studenten der WHU Vallendar wollen im August 5 Krankenwagen an eine Frauenklinik in Afghanistan überbringen. Die Studenten werden dabei die Krankenwagen nicht nur durch Spenden erwerben, sondern diese persönlich bis nach Herat in Afghanistan fahren. Ein erster Krankenwagen konnte bereits gekauft werden, mehr Informationen finden Sie unter http://www.hilfskonvoi.de und http://www.whush.de

Gewinnspiel zum Pädiatrie-Repetitorium in Berlin

14. April 2008

Vom11.04. bis 13.04. fand auf dem Campus des Berliner Virchow-Klinikums ein DGKJ veranstaltetes Repetitorium für angehende und praktizierende Kinder-Ärzte statt.

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esanum war dabei mit einem Stand vertreten und konnte 100 neue Kollegen aus der Kinderheilkunde für unsere Plattform gewinnen.

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Auf dem Repetitorium haben wir Gewinnspiele veranstaltet, bei denen 50 pädiatrische Fachbücher zu gewinnen waren. An dieser Stelle sehen Sie die Gewinner der ersten beiden Ziehungen. Eine letzte Ziehung wird am Sonntag, den 20.04.2008, abends, um 23 Uhr, stattfinden, deren Gewinner wir hier gleichermaßen bekannt geben werden.

Gewinner der ersten Ziehung:

Buch 1: “Leitsymptome Pädiatrie”

Dr. Kirstin Ottowitz

Dr. Gernot Adolph

Dr. Julia Jander

Buch 2: Checkliste Pädiatrie

Dr. Hans-Christian Eitel

Dr. Christina Fischborn

Martin Jankofsky

Buch 3: Arzneimittel Pädiatrie pocket

Dr. Martin Elsner

Dr. Hans-Christian Eitel

Fatma Yollog-Dursunlar

Lisa Windecker

Dr. Kirstin Ottowitz

Gewinner der zweiten Ziehung:

Buch 1: “Leitsymptome Pädiatrie”

Dr. Katharina Eikamp

Emine Griebert

Buch 2: Checkliste Pädiatrie

Juliane Wodarra

Dr. Sigrun Hofmann

Dr. Marianne Becker

Susanne Lucas

Buch 3: Arzneimittel Pädiatrie pocket

Dr. Ellen Dellbrügger

Tine Redlefsen

Dr. Stephanie Keicher

Dr. Michael Buettcher

Juliane Wodarra

 

Sollten Sie gegen die Veröffentlichung Ihres Namens an dieser Stelle sein, reicht eine einfache Mitteilung an uns.

Ihr esanum-Team !

 

 

Schutzklausel für Südländer könnte Fonds torpedieren

8. April 2008

Gutachter: Konvergenzregelung unbezahlbar für Kassen

BERLIN (fst). Ein Gutachten dreier Gesundheitsökonomen hält die Konvergenzklausel im Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG), die die Umverteilungswirkungen des Gesundheitsfonds begrenzen soll, für kaum umsetzbar.

Nach Angaben von “Welt Online” kann die Konvergenzklausel nicht in der vorgesehenen Form funktionieren. Die auch als “Lex Südstaaten” bezeichnete Regelung war im Dezember 2006 auf Druck des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ins WSG aufgenommen worden. Sie soll verhindern, dass die Belastungen eines Bundeslandes durch den Abfluss von GKV-Beitragsgeldern in andere Regionen 100 Millionen Euro pro Jahr übersteigen. Die Klausel, so wird die Expertise von Jürgen Wasem, Florian Buchner und Eberhard Wille zitiert, sei “keiner sinnvollen Interpretation zugänglich”.

Zudem konnten die Gutachter nur auf Zahlenmaterial aus dem Jahr 2006 zurückgreifen. Denn regionenbezogene Daten sind von den Krankenkassen in der Vergangenheit nicht erhoben worden. Sie werden nach Angaben einer Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erst im Frühherbst verfügbar sein. Die Expertise, so die Sprecherin, müsse “nur noch in Details” von den Gutachtern überarbeitet werden.

 

Sachverständige hatten vor der Regelung schon 2006 gewarnt.

Tatsächlich hatte Wasem als Sachverständiger bereits bei der Anhörung zum WSG im November 2006 dafür plädiert, auf die Konvergenzklausel zu verzichten. Eine Regelung, die “undifferenziert an Veränderungen von Transfervolumina anknüpft”, sei “nicht tragfähig”, erklärte Wasem damals.

Durch Modellrechnungen der drei Gutachter werden die politisch brisanten Ausgleichszahlungen deutlich, die durch die Schutzklausel für die Südländer entstehen würden: So müssten Kassen in Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein Ausgleichszahlungen von 474 Millionen Euro leisten, um die Verluste der Südländer zu begrenzen.

Deckt der Gesundheitsfonds ab dem Jahr 2010 aber nicht mehr 100 Prozent der Kassenausgaben - das ist erklärter politischer Wille - dann könnte das Umverteilungsvolumen in Folge der Konvergenzklausel auf bis zu fünf Milliarden Euro steigen. Die Folge wäre eine “groteske Unterfinanzierung der Krankenkassen”, warnen die Gutachter.

esanum auf dem 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und Relaunch

7. April 2008

esanum war vom 29.04. - 02.04. auf dem 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden vertreten und kann nun seinen dritten Kongressauftritt seit der Gründung im vergangenen Mai verzeichnen. Es lag uns sehr am Herzen, auf dem Kongress das “neue” esanum vorstellen zu können. Unsere Programmierer haben bis zuletzt gearbeitet, damit unser team das neue Layout präsentieren konnte. Abgesehen von neuen Farben und neuer Darstellung, stellt esanum nun auch die Netzwerk Funktion vor. Kollegen haben die Möglichkeit, ihre medizinische Laufbahn einzutragen und andere Kollegen direkt anzusprechen.

Natürlich waren esanums Maskottchen auch wieder dabei, die “Green Men”, die es dieses Mal sogar auf die Titelseite der Ärztezeitung geschafft haben.
Green Men

Beim Gewinnspiel wurde der Herold für Innere Medizin verlost. Zwei Mal täglich wurden jeweils 5 aktuelle Ausgaben des Herold verlost und führte somit zwei Mal täglich zu einer gespannten Internistenschar, die auf einen Gewinn hoffte.

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Neben dem Stand haben wir auch das Internetcafe buchen können, das rundum mit esanum Flyern, Broschüren und Gewinnspielkarten ausgestattet war.

Am letzten Abend des Kongresses hat die DGIM ins imposante Kurhaus eingeladen mit Live-Band, Catering und zahlreichen Besuchern. Ein gelungener Abschluss zu einem gelungenen Kongress.

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Medi bekräftigt Plan für Ausstieg aus der GKV

7. April 2008

STUTTGART (fst). Der geplante Hausarztvertrag mit der AOK und Sonderverträge für Fachärzte ersetzen nach Ansicht von Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner nicht das Korbmodell mit dem Ziel des Systemausstiegs. Selbst nach Abschluss der Verträge und einer Besservergütung von 30 Prozent würden die Niedergelassenen gerade auf Punktwerte von 5,11 Cent kommen, heißt es im jüngsten Rundschreiben von Medi.

Zudem sei nicht sicher, dass auch andere Kassen der AOK folgen und Verträge nach Paragraf 73 b und c SGB V schließen wollen, warnte Baumgärtner. Mit ins Boot müssten dabei die Fachärzte, betonte der Medi-Chef. “Wollen wir akzeptieren, dass die Fachärzte ins Krankenhaus gezwungen werden, weil dies politisch gewollt ist?”, heißt es im Rundschreiben. Nötig sei es, parallel auf Sonderverträge zu setzen und den Systemausstieg voranzutreiben.

Medi hat dazu ein Korbmodell gestartet, bei dem Niedergelassene ihre Bereitschaft erklären können, ihre Kassenzulassung zurückzugeben (wir berichteten). Am 16. April ist zu diesem Thema in Stuttgart eine Veranstaltung geplant, bei der Medi auf bis zu 10 000 Teilnehmer hofft.

www.aerztezeitung.de

Einkommen deutscher Klinikärzte im internationalen Vergleich an letzter Stelle

26. March 2008

Laut der norwegischen Ärztepublikation „Forum” rangiert das Einkommen deutscher Klinikärzte weiterhin an letzter Stelle innerhalb der westlichen Industrienationen.

Die Zeitschrift bezieht sich dabei auf eine kaufkraftjustierte Studie, die bereits 2006 im „Spiegel” zu finden war. Demnach liegt der Jahreslohn deutscher Ärzte im Durchschnitt umgerechnet bei 56.000$. Im Vergleich dazu liegt das Einkommen italienischer Klinikärzte bei 81.000$ und das der niederländischen Kollegen immerhin bei 170.000$. Spitzenreiter sind die amerikanischen Klinikärzte mit einem Einkommen von 267.000$.

Quelle: Forum, Ausgabe 1/2008, Der Spiegel, Ausgabe 6/2006

ZU WENIG NACHWUCHS

26. March 2008

Massenruhestand verursacht alarmierenden Ärztemangel

Von Annett Meiritz

Landärzte im Rentenalter, verwaiste Sprechzimmer - und kein Nachwuchs in Sicht: Fast jeder fünfte niedergelassene Arzt in Deutschland steht vor dem Ruhestand. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt vor akutem Medizinermangel - denn längst nicht jede Praxis wird neu besetzt.

Hamburg - Dr. Hage Hagemann aus Mecklenburg-Vorpommern hatte von einem geruhsamen Lebensabend geträumt. Ausspannen, mit seiner Frau verreisen, die Enkel besuchen, das stellte sich der Allgemeinmediziner unter seinem wohlverdienten Ruhestand vor. Stattdessen fährt er auch heute noch täglich in seine Praxis in der Kleinstadt Grimmen. Hagemann ist 72.

Junger Landarzt im brandenburgischen Briesen: Eine Ausnahmeerscheinung

“Eigentlich haben wir seit 2003 geschlossen”, sagt er bitter. “Wir halten die Praxis nur noch den Mitarbeitern zuliebe offen. Und natürlich für Hunderte Patienten, die sonst ohne Arzt auskommen müssten”. Seit Jahren sucht Hagemann erfolglos einen Nachfolger. Inzwischen hat er resigniert - spätestens im Herbst will er seine Praxis dichtmachen.

Sprechstunde beim “Herrn Doktor” im Rentenalter, Gemeinden mit verwaisten Behandlungsräumen - besonders für Landärzte ist es schwierig, einen Erben für ihre Praxis zu finden. Und weil Ärzte statistisch betrachtet immer älter werden - über die Hälfte aller niedergelassenen Mediziner ist über 50 - ist die medizinische Grundversorgung in Gefahr, warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

Laut KBV nähert sich knapp ein Fünftel der Praxisärzte der Pension. Vor 15 Jahren waren es gerade einmal zehn Prozent. Bis 2012 werden sich gut 30.000 Ärzte altersbedingt aus ihrer Praxis zurückziehen, schätzt die Gewerkschaft Marburger Bund. Doch längst nicht jede Praxis wird neu besetzt, warnt Roland Stahl von der KBV: “Nachwuchsärzte von heute zieht es eben eher in Großstädte oder Ballungsräume”, sagt Stahl zu SPIEGEL ONLINE. Zudem würden Länder wie Kanada, die Schweiz und Großbritannien dank üppiger Gehälter immer mehr deutsche Ärzte abwerben. “Jungmedizinern ist bewusst, wie gefragt sie sind”, so Stahl.

Lauterbach: “Deutschland hat genügend Ärzte”

Dennoch warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor der voreiligen Diagnose eines Ärzteschwunds. “Ich teile die Sorge der KBV nicht”, sagt Lauterbach zu SPIEGEL ONLINE. “Die Ärztedichte in Deutschland ist immer noch deutlich höher als in anderen europäischen Ländern.” Lauterbach zufolge gibt es nicht zu wenig Ärzte in Deutschland, “sie sind einfach nur ungerecht verteilt”. Während es in vielen Städten ein “massives Überangebot” an Ärzten gebe, seien einige ländliche Regionen ärztefreie Zone. Auf die Selbstverwaltung der Kassenärztlichen Vereinigungen allein dürfe man sich nicht verlassen, sagt Lauterbach: “Wir brauchen eine politische Lösung, die wirtschaftliche Vorteile für Landärzte schafft”, so der Politiker.

CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hingegen rät von zu viel Engagement des Staats ab: “Eine von der Politik diktierte Lösung würde unter den Ärzten kaum akzeptiert werden”, sagt Spahn zu SPIEGEL ONLINE. Der Politiker ist “optimistisch, dass wir das Altersproblem in den Griff bekommen” und verweist auf mehrere Modellprojekte, mit denen Länder und Kommunen dem Ärztemangel entgegenwirken wollen.

Ans Haus gefesselte Patienten in Sachsen-Anhalt können seit Anfang 2008 sogenannte “mobile Praxisassistentinnen” in Anspruch nehmen, die im Auftrag eines Hausarztes Blutdruck messen oder Injektionen geben. Auch in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern gehen Arzthelferinnen auf Hausbesuch, überwachen Therapien und führen Vorsorgegespräche.

In Brandenburg sollen aus Osteuropa eingewanderte Mediziner den Ärztemangel mildern - in einem Modellprojekt werden zurzeit 20 russischstämmige Ärzte in einem zehnmonatigen Kurs weitergebildet. Wer sich in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, später in eine schlecht versorgte Kommune zu gehen, bekommt während der Ausbildung zum Allgemeinmediziner statt 2000 Euro das Doppelte.

Doch Geld allein reiche nicht, betont Spahn: In erster Linie müssten die Arbeitsbedingungen für Praxisneulinge verbessert werden. “Welche junge Ärztin etwa will auf dem Land eine Familie gründen, wenn sie jedes Wochenende für den Notdienst bereitstehen muss?”, kritisiert der Politiker.

Problemzone Provinz

In der Tat schrecken Nachwuchsdoktoren oft vor dem wenig attraktiven Arbeitsalltag als Landarzt zurück - welcher zwar auf dem Land ebenso ernüchternd bürokratisch ist wie in der Stadt, aber noch unbequemer. Als Arzt auf dem Dorf hat man kaum geregelte Arbeitszeiten, muss immer ansprechbar sein. Eine Praxis auf dem Land ist zudem weniger lukrativ, da in ländlichen Regionen weniger Privatpatienten als in der Stadt leben.

Besonders gravierend ist das Altersproblem in Brandenburg: Fast jeder dritte ambulant tätige Mediziner ist laut KV Potsdam 60 Jahre und älter. Doch der Ärztemangel ist längst nicht nur eine ostdeutsche Angelegenheit. Während sich Großstädte vor Anträgen auf Neuzulassungen kaum retten können, werden ländliche Regionen im gesamten Bundesgebiet von Jungmedizinern verschmäht. Nicht nur der Uckermarck, auch der Oberpfalz oder dem flachen Land in Niedersachsen droht ein akuter Ärztemangel, warnt die KBV.

Rosige Stadtporträts als Lockmittel

Mitunter treibt der Mangel an Nachwuchsärzten Länder und Kommunen zu außergewöhnlichen Notfallmaßnahmen. Die sächsische Landesregierung bezuschusst schon mal einen Jungmediziner mit 60.000 Euro, damit er eine Landarztpraxis übernimmt. Das Internetportal hausarzt-in-brandenburg.de wirbt mit ländlicher Alleenidylle: Rosige Stadtporträts (”Forst - eine grüne Stadt mit Charme”) sollen Nachwuchsärzte in die Region locken.

Doch die Anreize scheinen nicht überall zu helfen. Die brandenburgische Kleinstadt Görzke etwa muss seit zwei Jahren ohne Hausarzt auskommen. Auch wenn die Gemeinde ein üppiges Geschenkpaket schnürte - inklusive kostenfreier Praxisübernahme, einer prall gefüllten Patientenkartei, mietfreier Räume für fünf Jahre und einer Finanzspritze von 150.000 Euro - hat sich noch niemand gefunden, der den Hausarztjob übernehmen will.

Quelle: www.aerztezeitung.de